Webcontrolling – Grundgedanken zum netmind-System
In der letzten Woche habe ich über die die Lücke zwischen dem von mir vorgestellten Denkmodell zum Webcontrolling und dem was die meisten Webcontrollingwerkzeuge an Möglichkeiten bieten geschrieben.
Das netmind-System ist unter dem im vorigen Beitrag beschriebenen Denkansatz entstanden und stellt faktisch ein Meta-Werkzeug dar welches es ermöglichen soll ein an den Kunden und sein Geschäftsmodell angepasstes Kennzahlsystem zu entwerfen und die nötigen Zahlen zu berechnen. Dabei wird nicht nur die Berechnung von Zahlen unter diesem Aspekt behandelt sondern es werden auch die beiden weiteren Säulen eines Webcontrollingsystems – die Datenerhebung und die Präsentation primär unter diesem Aspekt betrieben.
Die für netmind erstellten Datenerhebungsmethoden (neben der üblichen Pixelmethode verfügen wir über weitere Varianten die in der Lage sind qualitativ sehr viel bessere Daten zu erheben) legen sehr grossen Wert auf Qualiät und Flexibilität, neue Entwicklungen am Markt (Ajax, diverse Videoplayer usw) stellen daher für netmind keine Herausforderung dar, da die Datenherhebung ausreichend flexibel ist dass Kunde und Consultant problemlos für neu entstandene Aufgabenstellungen eine funktionierende Lösung schaffen können.
Die Fähigkeit zur beliebigen Manipulation und unbegrenzten (bzw nur durch CPU und Festplatte begrenzten) Menge an Attributen pro Benutzeraktion (PI, Download usw) ermöglicht es extrem komplexe Zusammenhänge abzubilden. Einzelne (netmind-)Kunden haben mehre tausend Attribute an einer einzelnen Benutzeraktion modelliert, diese Attribute können in der netmind-Auswertung völlig beliebig miteinander verknüpft werden und immer wieder neu berechnet werden, damit können mehr oder weniger beliebige Kennzahlsysteme geschaffen werden. In den meisten Fällen ist es auch möglich ein neu geschaffenes Kennzahlsystem auf bereits gesammelte Altdaten anzuwenden.
Neu entstehende Fragestellungen lassen sich über diese Vorgehensweise problemlos abbilden. So wurden bereits 2001 die ersten Kampagnenerfolgsmessungen gemacht, es wurden brutto/netto-Reichweiten von newslettern und ähnlichem berechnet – lange bevor das ein Schlagwort für die diversen Ausschreibungen wurde, und lange bevor das typische Statistiksystem dafür eine Funktion bereitstellte. Schon 2004 wurden die ersten „Vergleiche von Designs“ mit netmind gemacht, etwas das heute bei fast allen Herstellern als „Testing“, „AB-Testing“ oder „MVT-Testing“ angeboten wird, ohne dass selbst der Salesmitarbeiter des Tool-Herstellers tatsächlich weiss wie man effektiv an die Aufgabenstellung des Testings herangeht.
Stattdessen werden klassische AB-Tests vollmundig als multivariate Tests ausgegeben (der Kunde wird’s ja eh nicht merken) und man zeigt wie toll man auf irgendeinen Knopf drücken kann damit (Zitat!) „die Grafik ganz toll von links ins Bild geflogen kommt“. Was die Grafik aussagt, und was der Kunde tun muss um sein Geld effizienter einzusetzen wird dadurch nicht beantwortet.
Mein Fazit aus diesem und den vorangegangenen Beiträgen:
Webcontrolling sollte sich vor allem um die Abbildung eines kundenspezifischen Kennzahlsystems kümmern. Dazu ist es notwendig dass das eingesetzte Werkzeug ein erhebliches Maß an Flexibilität aufweist und der Knowhowträger (meist ein Berater) Zeit, Wunsch und Wille zum Verständnis des Geschäftsmodells des Kunden aufbringt. Der Kunde muss sich im klaren sein was die Veränderungen der Kennzahlen bedeuten und darf sich nicht scheuen entsprechende Maßnahmen einzuleiten wenn dies nötig ist um eine Kennzahl und damit ein Geschäftsziel zu stützen.

Wenn man wie im letzten Beitrag beschrieben geeignete Zahlen definiert hat mit denen man den Erfolg bezogen auf die Geschäftsziele messen kann (in aller Regel sind dazu pro Geschäftsziel nur ein paar wenige gut definierte Verhältnisse-Kennzahlen nötig) so braucht man im nächsten Schritt Zahlenmaterial mit dem erkannt wird warum ein Ziel gut oder weniger gut errreicht wird. Diese Zahlen werden dann aber nicht mehr von der Managementebene sondern von Mitarbeitern die für Einzelbereiche verantwortlich sind konsumiert und (sehr wichtig) interpretiert.
Auf dem Markt tummelt sich eine Vielzahl unterschiedlicher Statistik-Werkzeugen für die Websiteanalyse. Zumindest die kommerziellen Werkzeuge bzw deren Hersteller versprechen vollmundig die Lösung aller Probleme durch das Werkzeug.